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Römische Kaiserzeit

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Römische Kaiserzeit Artikel

Die römische Kaiserzeit stellt eine Epoche des Römischen Reiches dar. Sie begann mit Augustus (siehe Prinzipat) und endete in dem westlichen Bereich mit Romulus Augustulus, in dem Osten bestand das römische Reich rechtlich und auch kulturell in dem Byzantinischen Reich fort.

Inhaltsverzeichnis
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Augustus und die julisch-claudische Dynastie

Nach den anfänglichen Unruhen begann allerdings eine Zeit der relativen Ruhe (Pax Augusti ) und des Wohlstandes. Augustus erkannte, dass die alte Römische Republik sich in dem Laufe der Bürgerkriege selbst überlebt hatte. Er richtete die Herrschaft des ersten Bürgers (Prinzeps) ein, wonach jedoch die alte republikanische Ordnung formal unangetastet blieb. Augustus befestigte die Grenzen und schuf eine wahre Pax Romana - allerdings wurde Rom in dieser Zeit auch zu einer de facto Monarchie.

Unter seinem Nachfolger Tiberius (14-37) schien die Sicherheit der neuen Ordnung noch gewährleistet zu sein. Doch die folgenden Kaiser ,Caligula (37-41), Claudius (41-54) und Nero (54-68), waren dieser Verantwortung nicht mehr gewachsen. Außenpolitisch blieb die Lage weitestgehend ruhig, doch in dem Inneren kam es stets wieder zu Exzessen der Regierenden oder zu schlichten Unfähigkeiten. Nach dem Tod Neros zu dem so genannten Vierkaiserjahr. Aus diesem ging der Generals Vespasian als Sieger hervor. Seine Dynastie, die Flavier, sollten wenigstens vorübergehend die Lage in dem Inneren stabilisieren.

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Die Flavier und Adoptivkaiser

Vespasian (69-79) war ein guter Militär und warf den Aufstand in Judäa 70 v. Chr. blutig nieder. Auch gegen die Germanen ging er hart vor. Seine Söhne Titus (79-81) und Domitian (81-96) regierten insgesamt erfolgreich, wobei letzterer Widerstände bei Kreisen des Hofes weckt (er hatte auch seinen Bruder ermorden lassen), die schließlich zu seiner Ermordung führen (96 n. Chr.).

Es folgten nun die so genannten Adoptivkaiser, die keine Söhne hatten und so den angeblich "Besten auswählten". Nerva (96-98), ein doch insgesamt schwacher und greiser Princeps, erwählte den dynamischen Trajan (98-117) zu seinem Nachfolger. Dieser unterwarf weite Teile des Partherreichs und Dakien. Das Reich hatte in dem Jahre 117 seine größte Ausdehnung erreicht (von Schottland bis zur Sahara, von Spanien und dem Donauraum bis in den heutigen Irak). Sein Nachfolger Hadrian (117-138) sah jedoch die Ressourcen Roms überstrapaziert und gab mehrere Besitzungen in dem Osten auf (Rücknahme der Grenze bis an den Euphrat). Hadrian hatte schwere Konflikte mit dem Senat zu bestehen (es war in Folge seines Herrschaftsantritts zur Ermordung mehrerer Senatoren gekommen). Doch entfaltete sich unter seiner Herrschaft eine gewisse Blüte, die selbst der schwere jüdische Aufstand von 132-135 nicht schmälern konnte.

Auch der Hadrian nachfolgende Antoninus Pius (138-161) schloß an die Defensivpolitik Hadrians an. Ganz anders dessen Nachfolger Marcus Aurelius (171-180). Obgleich Anhänger der Stoa und ein Philosoph, bestritt er mehrere Kriege. In dem Osten kam es zu schweren Abwehrkämpfen gegen die Parther, dazu trat eine Pestwelle auf, die dem Reich schwer zusetzte. Es kam außerdem zu zwei Kriegen gegen die Markomannen(167-175 und 178-180). Das Reich erlebte unter Marc Aurel die Vorwehen der Völkerwanderung, an denen Rom untergehen sollte. Doch hinterließ Marc Aurel auch einen Sohn: Commodus (180-192).

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Die Severer und die Reichskrise des 3. Jahrhunderts

Commodus erwies sich als unfähiger Kaiser. Sein Tod läutete eine weitere unruhige Zeit ein. Wieder stritten die Militärs um die Macht. Septimius Severus (193-211) setzt sich in dem zweiten Vierkaiserjahr durch. Die von ihm begründete Dynastie der Severer erwies sich als ein insgesamt stabilisierendes Element, trotz mancher Schwächen bei einzelnen Herrschern. Caracalla (211-217) erließ 212 die so genannte Constitutio Antoniniana, die allen Reichsbürgern das Bürgerrecht (und die Steuerpflicht) einbrachte. Die Kämpfe am Rhein gegen die Germanen (und vor allem die Alemannen) und in dem Osten gegen die Parther brachen nicht mehr ab. Auf den Tod des Severus Alexander (222-235) folgte die unruhige Zeit der Soldatenkaiser (bis etwa 284).

Die Zeit der Soldatenkaiser war geprägt von dem schnellen Wechsel der Herrscher, aber auch von einem konstanten innerem und äußeren Druck (Reichskrise des 3. Jahrhunderts. In dem Inneren spaltete sich das Gallisches Sonderreich von Rom ab. In dem Osten überrannte Palmyra weite Teile Kleinasiens und Ägypten. Diese zentrifugalen Effekte konnten behoben werden. Vor allem Kaiser Aurelian (270-275) schaffte es, die Lage zu stabilisieren. In dem Norden bleibt der Druck durch mehrere barbarische Stämme aber bestehen - und in dem Osten erwuchs Rom ein gefährlicher und tödlicher Gegner: das neupersische Reich der Sassaniden, die von einer Erneuerung des alten Perserreiches träumten.

Kaiser Carus (283-84) blieb gegen die Sassaniden siegreich. Sein Tod beendet das Zeitalter der Soldatenkaiser, denn sein Nachfolger erwies sich als genialer Reformer und Bürokrat: Diokletian,

Buch-Tipp: Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra Sodom und Neapel Roberto Saviano ist Schriftsteller und Journalist und schloss sein Philosophie Studium mit Diplom ab. Für den Roman "Gomorrha" wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Der Titel des Romans spielt sowohl auf das sündhafte Gomorrha der Bibel als auch auf das neapolitanische Verbrechersyndikat Camorra an. Das Buch ist eine Mischform...

Spätantike - Verfall und Blüte zugleich

Mit dem Regierungsbeginn Diokletians (284-305) wird allgemein das Ende des Prinzipats und der Beginn der Spätantike angesetzt. Diokletian reformierte Heer und Verwaltung. Das Reich wurde in Verwaltungszonen (Diözesen) eingeteilt, und er errichtete ein System von einem Mitherrscher und je einem weiteren Unterkaiser (Augusti und Caesares) - die so genannte Tetrarchie (Viererherrschaft). Das Heer wurde in ein Marsch- und ein Grenzheer aufgeteilt. Doch blieb das Reich als solches ungeteilt und Diokletian auch oberster Herrscher. In dem Osten konnten die Perser zurückgedrängt, in dem Norden die Grenze wenigstens vorläufig stabilisiert werden. Doch brach das System bereits zu seinen Lebzeiten (nach seinem freiwiligen Rücktritt 305) zusammen.

Konstantin der Große (306 bzw. Alleinherrscher 324-37), der Sohn eines der nachfolgenden Augusti, wollte sich nicht mit einer Juniorstellung zufrieden geben. Er unterwarf zuerst den Westen (bis 312), dann den Osten. In dem Jahr 324 war er Alleinherrscher. Auch er reformierte die Verwaltung und das Heer, vor allem aber priviligiert er das Christentum und gründet in dem Osten eine neue Hauptstadt: Konstantinopel.

Der Schwerpunkt verlagerte sich stets mehr in den wirtschaftlich stärkeren Ostteil des Reichs. Zwar kam es nachdem Tod Konstantins zu schweren Nachfolgekämpfen, aus denen Constantius II. (337-61) siegreich hervorging, doch schien sich das Reich wieder gefangen zu haben. Julian II. (361-63), der letzte Herrscher aus der konstantinischen Dynastie, versuchte eine Wiedererweckung des Heidentums, doch setzte er sich nicht durch. Die nachfolgenden Kaiser waren allesamt christlich.

Valentinian I. (364-75) stabilisierte die Westgrenze, während er seinem Bruder Valens (375-78) den Osten überließ. In diese Jahre fiel auch der Beginn der Völkerwanderung. Die von den Hunnen nach Westen geschobenen Goten wurden zunächst als Verbündete willkommen geheißen, doch kam es bald zu Spannungen, die in der Schlacht von Adrianopel 378 gipfelten. Valens und ein Großteil der römischen Armee gingen unter. In dem Westen versuchte Gratian zu retten, was zu retten war, während er den angeschlagenen Osten Theodosius I. überließ. Dieser erwies sich als der letzte große Kaiser zwischen Konstantin und Justinian I.. Er schloss 382 einen Vertrag mit den Westgoten und siedelte sie auf römischem Boden an. 391 wurde durch ihn das Christentum zur Staatsreligion erhoben. In dem Westen setzte er nachdem Tod Gratians 383 dessen Bruder Valentinian II. durch. Als auch dieser 392 ermordet wurde, marschierte Theodosius nach Westen, vernichtete die Usurpatoren und einte zu dem letzten Mal das Reich. Nach seinem Tod 395 kam es zur endgültigen Spaltung des Reichs.

Buch-Tipp: Hammerstein oder der Eigensinn. Eine deutsche Geschichte Verdienstvoll aber unter den Möglichkeiten geblieben Verdienstvoll ist die Erinnerung an diesen zwiespältigen preußischen General und insbesonders an seine heroische Familie, die zumindest zur Gänze nazi - frei war! Aus unerfindlichen Gründen hat sich bis heute die etablierte Historikerzunft gescheut, zu General von Hammerstein ausführlich Stellung...

Das Ende Roms und die Behauptung von Byzanz

Formal blieb der Einheitsgedanke des Reiches bestehen. De facto jedoch gingen beide getrennte Wege, wenn sie sich aber auch noch gelegentlich unterstützten.

Der Westen geriet stets mehr unter Druck. Germanen überfluteten das Reich und nahmen die wichtigsten Provinzen in Besitz. während die Hunnen das Reich bedrängten. Der Osten war stabiler und wirtschaftlich gesünder; er konnte sich behaupten, während in dem Laufe des 5. Jahrthunderts Westrom stets mehr zerfiel und schließlich 476 (Absetzung des letzten Kaisers in dem Westen, Romulus Augustulus) unterging, obwohl der letzte offiziell anerkannte Kaiser, Julius Nepos, noch bis 480 lebte.

Siehe dazu und zur weiteren Geschichte Weströmisches Reich und Oströmisches Reich.*siehe auch: Portal und Themenliste Rom Prinzipat, Spätantike, Weströmisches Reich, Byzantinisches Reich, Römisches Reich, Untergang des Römischen Reiches.

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Literatur

  • Karl Christ: Geschichte der Römischen Kaiserzeit, 4. aktual. Aufl., München 2002. Beste Darstellung der Kaiserzeit in deutscher Sprache. Siehe dort auch für weiterführende Literatur.
  • Alexander Demandt: Geschichte der Spätantike, München 1989. Überblickswerk über die späte Kaiserzeit und die Spätantike.== Weblinks ==
  • Hervorragende eng. Kurzbiographien der römischen Kaiser. Dort auch weitere Literatur. (http://www.roman-emperors.org/impindex.htm)
  • Hervorragende Linkliste (http://www.geschichte.hu-berlin.de/bereiche/ag/Links/Links.htm)


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